DCS WO-230WT User Manual Page 31

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26 2 Grundlagen
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Die ersten beiden Voraussetzungen verlaufen konform zur Regel für hohe Glasbil-
dungsfähigkeit. Abweichungen von dieser Regel sind dagegen bei Punkt 3 zu finden.
Die Zugabe eines weiteren Legierungselements mit positiver Mischungsenthalpie zu
einem der anderen an der Legierung beteiligten Elemente ist offenbar verantwortlich für
die Bildung einer ikosaedrischen Nahordnung der Glasphase.
In einigen Zr-Basis Legierungen, z. B. Zr-Al-Cu [Kös 96] und Zr-Al-Ni-Cu [Eck 98],
wurde beobachtet, dass sich Sauerstoff stabilisierend auf die Bildung einer quasikristal-
linen Phase während des ersten Kristallisationsschritts auswirkt. So fördern Sauerstoff-
gehalte im Bereich von 0,8 1,5 at.% die Bildung metastabiler quasikristalliner Aus-
scheidungen. Dies ist mit einem leichten Anstieg von T
g
und einem deutlichen Rück-
gang von T
x
verbunden. Höhere Gehalte an Sauerstoff verhindern dagegen die
quasikristalline Phasenbildung und fördern gleichzeitig die Bildung thermodynamisch
stabilerer kristalliner Phasen, u. a. die Bildung der kfz-Phase [Eck 98]. Murty et al.
zeigten an Hand von chemischen Phasenanalysen dieser Legierungen, dass der gesamte
Sauerstoff im quasikristallinen Gitter eingebaut ist (die amorphe Matrix also keinen
Sauerstoff enthält). Das könnte bedeuten, dass der Sauerstoff im drei- bzw. vierkompo-
nentigen System Zr-Al-(Ni)-Cu ein notwendiger Baustein für den Quasikristall ist
[Mur 00].
2.3 Verformungsmechanismen amorpher Legierungen
Die plastische Verformung metallischer Gläser lässt sich nach Spaepen und Taub in
zwei voneinander verschiedene Mechanismen unterteilen [Spa 83]. Einerseits wird bei
Verformung im Temperaturbereich um T
g
(0,7T
g
< T < T
x
) und geringen Scherspan-
nungen
τ
(
τ
< G
*
/100) (G
*
= Schermodul) homogenes Fließen beobachtet, d. h. hier
trägt jedes Volumenelement des Materials zur Verformung bei, was zu einer gleichmä-
ßigen Deformation der Probe führt (Bild 2.20 a). Beim homogenen Fließen ist die
Spannung direkt proportional zur Verformungsgeschwindigkeit
ε
&
(Newton’sches Flie-
ßen).
Dagegen tritt bei Temperaturen weit unterhalb T
g
(T < 0,7T
g
) und hohen Scherspan-
nungen (
τ
> G
*
/50) inhomogenes Fließen auf [Spa 83]. Beim inhomogenen Fließen ist
die Spannung unempfindlich gegen Änderungen der Verformungsgeschwindigkeit. Die
plastische Verformung ist in einigen dünnen Scherbändern lokalisiert, der Hauptanteil
des Materials wird daher plastisch nicht verformt. Da die maximale Scherspannung
τ
unter einem Winkel von 45° zur Zugachse erreicht wird, erfolgt der Bruch bei inhomo-
gener Verformung metallischer Gläser idealerweise bei diesem Winkel (Bild 2.20 b).
Durch die A/jointfilesconvert/345377/bgleitung der Probenhälften verringert sich zunehmend der Flächenanteil
auf den die Kraft einwirkt, es kommt folglich zum Bruch der Probe.
Da innerhalb dieser Arbeit die Charakterisierung der mechanischen Eigenschaften nur
bei Raumtemperatur, also bei Temperaturen T < 0,7T
g
erfolgte, soll deshalb auch nur
das bei diesen Temperaturen beobachtete inhomogene Umformverhalten beschrieben
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