
66 6 Glasbildungsfähigkeit und Kristallisationsverhalten spezieller Zr-Ti-Cu-Ni-Al-Legierungen
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mente die Plätze des Al im hexagonalen Gitter dieser Phase besetzen. Die Volumenan-
teile der tetragonalen NiZr
2
-Typ Phase und der CuZr
2
-Typ Phase wurden zu 29,0 vol.%
bzw. zu 21,1 vol.% bestimmt. Die Kristallitgrößen der im 2. Kristallisationsschritt ge-
bildeten Phase sind mit 20 − 80 nm deutlich geringer im Vergleich zu den zuerst ausge-
schiedenen Quasikristalliten (100 – 200 nm) (Bild 6.12 a und c).
Bei Legierung Ti3 wandelt die amorphe Phase zunächst in eine ikosaedrische quasikri-
stalline Phase um. Diese ist metastabil und zerfällt im nächsten Schritt der Kristallisati-
on in mindestens 3 kristalline Phasen unterschiedlicher Volumenanteile. Im Gegensatz
zu Legierung Ti2, die einen hohen Volumenanteil (etwa 48 vol.%) an kubischer NiZr
2
-
Typ Phase enthält, wurde diese Phase bei Legierung Ti3 nicht gefunden. Hier über-
wiegt, nach dem Zerfall der Quasikristalle, eine Al
3
Zr
4
-Typ Phase mit etwa 50 vol.%.
Legierungen Ti4 und Ti5:
Die DSC-Messungen (Bild 6.8 b) sowie die Röntgenbeugungsdiagramme (Bild 6.15 a
und b) der Legierungen Ti4 und Ti5 weisen ein ähnliches Kristallisationsverhalten auf,
so dass die Ergebnisse zusammenfassend betrachtet werden. Legierung Ti4 zeigt zwar
zwischen dem ersten und dritten exothermen Peak eine weitere Umwandlung, die aber
auf Grund der geringen freigesetzten Wärme nicht gesondert untersucht wurde. Beide
Legierungen zeigen eine erste Umwandlung bei T
x1(Ti4)
= 724 K bzw. T
x1(Ti5)
= 719 K
und eine deutlich sichtbare zweite exotherme Reaktion bei T
x3(Ti4)
= 743 K bzw.
T
x2(Ti5)
= 740 K. Die Onset-Temperaturen dieser aufeinanderfolgenden Kristallisations-
schritte sind also bei Legierung Ti4 im Vergleich zu Legierung Ti5 um einige wenige
Grad zu höheren Temperaturen verschoben. Das gleiche gilt für die Temperaturen der
Peakmaxima, die bestimmt wurden zu T
p1(Ti4)
= 727 K bzw. T
p1(Ti5)
= 723 K und
T
p3(Ti4)
= 751 K bzw. T
p2(Ti5)
= 748 K. Die Wärmebehandlung der Proben erfolgte ent-
sprechend bis zum jeweiligen Ende dieser Reaktionen, für Legierung Ti4 wurden die
Temperaturen P
1(Ti4)
= 734 K und P
2(Ti4)
= 791 K und für Ti5 P
1(Ti5)
= 737 K und
P
2(Ti5)
= 783 K festgelegt.
Die Röntgenbeugungsbilder beider Legierungen nach dem ersten Kristallisationspeak
unterscheiden sich im Wesentlichen nur im 2
θ
-Bereich von 36° bis 39°. Bei 2
θ
= 36,27°
und 38,03° sind bei Legierung Ti4 Reflexmaxima zu erkennen, während Legierung Ti5
ein stark verbreitertes diffuses Maximum bei 2
θ
= 36,5° bis 38,1° zeigt. Da Kristal-
litgrößen mit einem Durchmesser ≤ 10 nm zu erheblicher Verbreiterung der Reflexe im
Röntgenbeugungsmuster führen, wird die Ursache für die Unterschiede im angespro-
chenen Winkelbereich jedoch in verschiedenen Kristallitgrößen der ausgeschiedenen
Phasen gesehen, da offensichtlich höhere Ti-Gehalte das Wachstum der Kristallite be-
hindern bzw. die Anzahl der wachstumsfähigen Keime drastisch erhöhen, was an Hand
der Legierung Ti7,5 im folgenden noch bestätigt wird. Das bedeutet, dass die Umwand-
lung der amorphen Phase bei Legierung Ti4 und Ti5 zur gleichen kristallinen Struktur
führt, wobei keine Aussage getroffen werden kann, ob eine vollständige oder teilkristal-
line Umwandlung erfolgt. Die dabei gebildeten Phasen entsprechen denen, die bei Le-
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